Respect! Empower! Include!

Respektieren! Ermutigen! Zusammenführen!

Was bedeutet mir Pfingsten? Das ich verstehe und wahr-nehme!

In dem sehr alten Buch, das da in meinem Bücherschrank steht, lese ich nach, was heute eigentlich sei.

PFINGSTEN sind „pentekoste“ 50 Tage nach Ostern.

Im Jüdischen folgt 50 Tage nach dem Pessachfest, das an die Befreiung aus ägyptischer Sklaverei erinnert (sozusagen der jüdische 8.Mai)  dann das SCHAWUOT, das Erntedankfest, das den Abschluss der Weizenernte markiert.

So mache ich mir zunächst deutlich, dass die christliche Tradition die Fortführung der jüdischen ist, deren Initiation der Auszug aus Ägypten ist. Mit Hilfe des „Unaussprechlichen“ (JHWE) wurde das Volk befreit. Von Anfang an ist das zentrale Thema BEFREIUNG.

Und nun die christliche Tradition?

Pfingsten als Begründung der Kirche?

Ich höre schon wieder Rufe, Postings, Empörung.

Ich höre  Inquisition, Hexenverbrennung.

Und ich denke: Manche die da so laut die Inquisition und die Hexenverbrennung verstehen, wenn ich von meinen Glauben rede, die neigen mitunter selber zu Inquisition und Hexenverbrennung.

Doch weiter.

Was heißt „Es kam der heilige Geist über sie“? Hokuspokus?

Vermutlich.

Etwas zu zutiefst unerklärliches!

Denn:

Die babylonische Sprachverwirrung war beendet.

Mit dem Pfingsterlebnis verstanden sie schlagartig einander.

Sie sprachen UND VERSTANDEN in allen Sprachen, die es damals in Israel gab, und die gesprochen wurden.

Ein Motiv, dass immer und immer wieder auftaucht in den biblischen Geschichten:

Ein friedliches Zusammenleben der Menschen, das „Himmelreich auf Erden“, manchmal übersetzt als „die gerechte Ordnung Gottes“  hat zur Voraussetzung: dass sie einander verstehen, dass sie einander gewahr werden,  ja das sie einander im Geist der Solidarität begegnen, (die Che Guevara so unvergleichlich treffend die „Zärtlichkeit der Völker“ nannte).

Andre Sprachen verstehen, andere Kulturen wahrnehmen, Andren sich so äußern, dass sie WIRKLICH wissen, was gemeint ist. Etwas moderner formuliert: Sich in andere hinein  versetzen könne. Mal die Hüte tauschen, die Rollen. Nicht so viel interpretieren, nicht immer auf andere projizieren.

Oder, was dann der Tiefpunkt ist: Im anderen das bekämpfen, was mensch bei sich am meisten hasst, so wie es der Agnostiker Heiner Müller formuliert:

„Selbsterkenntnis ist der Moment des Schreckens wo im Spiegel das Feindbild auftaucht.“

Das meint in meinen Augen die Geschichte von der Ausschüttung des Geistes, der uns heiligen soll, bei Lukas ist von einer „großen Kraft von oben“ die Rede.

Haben wir nicht alle größten Bedarf an dieser Art der Kräftigung, der Erleuchtung, der Toleranz, des Verstehens, und verstanden Werdens, der Überwindung von Vorurteilen und Vorverurteilungen, der Etiketten und Abwertungen.

Auf dass wir einander verstehen, in welcher Sprache wir auch sprechen.

Frohe Pfingsten!

Und Toleranz und Verständnis an diesem schönen Pfingstwochenende und danach!

*

Und viel gelingende Begegnungen ( wie das Schifffahrts-Zeichen an der Zerpenschleuse, das ich am Pfingstsamstag fotografierte!)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. Juni 2017 von in Uncategorized.

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