Das Buch zur Wandlitzer Willkommenskultur: Wandlitz verändert sein Anlitz.

Buchtitel RW

Warum eine gelingende Integration von AsylbewerberInnen bereichert.

Willkommens-Glück

Tagebuch des Wandels in Wandlitz

Deutschland 2015.Immer mehr Facebook-Seiten „Nein zum Heim!“, Demonstrationen von PEGIDA, BOGODA, und wie sie alle heißen. Und: Immer mehr Brandanschläge auf Flüchtlingsheime.
Im Internet und auf der Strasse, in Dresden, Bochum, Düsseldorf, Köln, Würzburg und vielen anderen Städten mobilisieren Rechtspopulisten und Rechtsradikale und selbst ernannte „patriotische Europäer“ gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ und die Aufnahme weiterer Flüchtlinge.

Überall? Nein!

Ein kleiner Ort nordöstlich der Bundeshauptstadt Berlin wurde zur No-Go-Area für Neonazis. (*)Viermal versuchte die NPD dort seit Ende 2012 zu einem Bündnis der Ängstlichen gegen das neue Flüchtlingsheim zu mobilisieren. Viermal ist sie kläglich gescheitert. Denn ausgerechnet dort, wo sich die Politbüro-Nomenklatura der SED einst in ihren spießigen Privilegien einmauerte, bereichert heute eine Willkommenskultur das prosperierende Städtchen um den Multikulti-Faktor.

In Wandlitz gibt es seit Anfang 2013 ein Asylbewerberheim.

Am Anfang hatten viele Angst. 400 Bürger protestierten auf der größten Bürgerversammlung seit der Wende dagegen. Am Anfang waren wir ganz wenige, die für ein Willkommen warben.  Bald wurden es immer mehr. Dies Buch erzählt vom Wandel in Wandlitz.

Über das, was Mathis Oberhof in 15 Monaten als Koordinator des „Runden Tisches Willkommen“ erlebte, hat er Tagebuch geführt. Ein Tagebuch vom Willkommens-Glück.

Wie gelingt es, in einer Gemeinde mit 23.000 Einwohnern Angst vor Ausländern zu überwinden? Wie gelingt es, dass Landratsamt, Gemeinde und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen?

Wie gelingt es Schülerinnen und Lehrer zu mobilisieren? Was passiert, wenn eine Familie abgeschoben werden soll? Gibt es eine Chance dies zu verhindern?

Kann es gelingen, wirklich jedem seine Aufgabe zu überlassen, die vielfältigsten Projekte in striktes der Freiwilligkeit und auf gleicher Augenhöhe zu organisieren?

Was geschah, dass die NPD in Wandlitz kein Fuß auf den Boden bekommt?

Willkommenskultur heißt, aus ganzem Herzen die Arme öffnen, das Neue begrüßen, dem Unbekannten voller freudiger Neugier entgegen zu treten.

ankündigung großZwei Jahre, nachdem die ersten Menschen aus Tschetschenien, dem Tschad, Pakistan, dem Iran, aus Somalia und Senegal in das ehemalige Oberstufenzentrum in Wandlitz einzogen, fragen sich heute Politiker und Journalisten, was denn die Antwort auf „Pegida“ sein könnte.

Wir haben es in Wandlitz intuitiv geschafft, ein Bündnis der NPD mit der ängstlichen Mitte der Einwohnerschaft zu verhindern. Nicht indem wir die Ängstlichen als „rassistischen Mob“ diffamierten, sondern so, wie es Bundespräsident Gauck in seiner Weihnachtsansprache 2014 forderte: „die Sorgen der Menschen ernst nehmen, aber nicht vor ihnen zurückweichen.“ Dabei ging es uns nicht nur um den Alltag der Flüchtlinge sondern auch um den Alltag der schon hier Wohnenden. An oberster Stelle stand für uns, so viel wie möglich Wandlitzerinnen und Wandlitzer (welcher Herkunft sie auch immer seien) in den Kontakt mit dem „Neuen“ zu bringen.

Und wenn beim dritten Bürger-Begegnungsfest, das zunehmend nicht nur aus Gründen der Solidarität mit Flüchtlingen, sondern auch wegen der hohen Qualität kultureller Beiträge aus allen Kontinenten zu einem Highlight des Wandlitzer Kulturlebens wird, eine Besucherin sagte: „Wenn man in Wandlitz mitreden will, kann man es sich nicht leisten, an den Bürger-Begegnungfesten nicht teilzunehmen!“, dann ist uns das Belohnung für die vielen Stunden, manche nicht so geglückte Versuche und die vielen erfolgreichen Formen von Inklusion der Fremden mit den Einheimischen.

Aber Wandlitz ist kein Einzelfall.

Die Menschen in Oberammergau, Hoyerswerda, Mölln, Rostock-Lichtenhagen, Cuxhaven oder Castrop-Rauxel ticken in ihrer Mehrzahl nicht wirklich anders als in dem kleinen Örtchen am Nordostrand von Berlin.

Welch ein Glück, dass die Flüchtlinge zu uns, ausgerechnet nach Wandlitz kamen.

Sie haben uns bereichert.

Wandlitz wandelt sein Antlitz.

Wandlitz im Willkommens-Glück.

erscheint am 21.12.2015 als eBook für 7,99 €/ am 15.2.2016 als Paerback für 8,99€

im GOLDMANN-Verlag

(*) Inzwischen gibt es lt. www.willkommensnetz.campact mindestens 1440 Willkommensinitiativen in Städten, Gemeinden, Dörfern.Sie alle leben das Motto: NICHT GRENZEN SCHLIESSEN – HERZEN ÖFFEN:

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2 Kommentare

  1. Ilanah sagt:

    Hat dies auf Das Leben – bunt wie ein Regenbogen rebloggt und kommentierte:
    So kann es auch gehen.
    Es ist bestimmt der bessere Weg für uns alle.

  2. butz123 sagt:

    Die Willkommenskultur funktioniert nur solange, solange man das bezahlen kann.

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